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Spiele-Apps: Der Markt wächst und wächst

Johan Larsson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
Johan Larsson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Im App Store finden sich neben nützlichen und informativen Apps auch Unmengen an Spielen. Fakt ist, dass Mobile Gaming boomt, wie es sich wohl die Entwickler früher portabler Spielekonsolen wie dem Nintendo Gameboy oder Segas Game Gear niemals erträumt hätten. In welchem Maß der Markt hierzulande wächst, zeigen jetzt aktuelle Zahlen des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). Dieser Artikel geht dem Phänomen auf den Grund und erforscht die Ursachen für den ungeheuren Boom.

Mobiles Wachstum

Schon in den vergangenen Jahren konnte der Videospielmarkt in Deutschland deutlich wachsen. 2016 betrug der Umsatz mit Spielesoftware und hierzulande 2,13 Milliarden Euro – das bedeutet eine Steigerung um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Interessant ist, dass die Marktentwicklung im Bereich der Heimkonsolen rückläufig ist – dort sank der Umsatz um 15 Prozent.

Es wurden also weniger spielspezifische Endgeräte verkauft, dafür gab es aber an anderer Stelle saftige Zuwächse: So zahlten Spieler 2016 ganze 114 Millionen Euro Abonnementgebühren für Online-Gaming-Services wie Xbox Live oder Playstation Plus. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es nur 77 Millionen. Das größte Umsatzplus konnte indes der Markt für Spiele-Apps verzeichnen: 409 Millionen Euro investierten Nutzer 2016 in solche Software – eine Steigerung um 30 Prozent im Vergleich zu 2015, gegenüber 2014 sogar um 70 Prozent.

Bei Spiele-Apps handelt es sich um Mobile Games wie Clash of Clans oder Pokémon Go, die Plattformen wie Browsergames.de sowie die großen Appstores von Google und Apple zur Verfügung stellen. Diese Spiele funktionieren meist nach dem Free2Play-Modell. Das bedeutet, dass ein solches Spiel fürs Smartphone-oder Tablet kostenlos heruntergeladen werden kann. Gefällt einem Nutzer das Spiel, kann er/sie kostenpflichtige Erweiterungen dafür hinzukaufen. Solche Mikrotransaktionen sind der Hauptgrund für das Umsatzplus im Unterhaltungssoftwarebereich: Der Zuwachs betrug dort 33 Prozent, während für Apps selbst sogar 15 Prozent weniger Geld ausgegeben wurde.

Fast jeder kann spielen

Der Aufschwung im Mobile-Sektor ist auch bedingt durch die Tatsache, dass ein Großteil der Bevölkerung über ein Gerät verfügt, mit dem solche Spiele-Apps genutzt werden können: Über 93 Prozent der 14 bis 49-Jährigen besitzen ein Smartphone, und selbst in der Gruppe der Menschen im Rentenalter beträgt der Anteil mittlerweile beachtliche 39 Prozent.

Dadurch, dass sich Gaming-Freunde zum Spielen kein teures Zusatzgerät anschaffen müssen und die meisten Spiele kostenlos sind, probieren Menschen verschiedene Videospiele aus, die ansonsten dem Medium fernbleiben würden – und viele finden so großen Gefallen daran, dass sie daraufhin bereit sind, Geld dafür auszugeben. Die Industrie hat das erkannt und profitiert davon.

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